Allianz-Aktionäre konnten sich in der jüngeren Vergangenheit kaum beschweren. Der Versicherungskonzern lieferte in den vergangenen Jahren solide Geschäftszahlen ab und verzeichnete dabei stabile Wachstumsraten. Zudem schüttete der Konzern hohe Dividenden an seine Aktionäre aus. Wer vor fünf Jahren in die Allianz-Aktie investierte, konnte seither eine jährliche Rendite (Aktienkurs plus Dividenden) von 16,5 Prozent erzielen. Und der Wert könnte auch in den kommenden Jahren ein lohnendes Investment darstellen.
Es ist noch nicht lange her, da legte der Münchener Versicherungskonzern Allianz seine Geschäftszahlen für das dritte Quartal und die ersten neun Monate des laufenden Geschäftsjahrs 2025 vor. Und die Zahlen konnten sich mehr als sehen lassen. Die Allianz steigerte ihren operativen Gewinn von Juli bis September im Jahresvergleich um 12,6 Prozent auf 4,43 Milliarden Euro. Der bereinigte Quartalsüberschuss der Anteilseigner legte um 12,7 Prozent auf 2,86 Milliarden Euro zu.
Über die ersten neun Monate des Jahres hinweg zeigt sich der Trend noch eindrucksvoller. Das operative Ergebnis stieg um 10,4 Prozent auf 13,08 Milliarden Euro – der höchste 9-Monats-Wert aller Zeiten. Der bereinigte Periodenüberschuss der Anteilseigner erhöhte sich um 10,5 Prozent auf 8,38 Milliarden Euro.
Besonders stark entwickelte sich im dritten Quartal die Schaden- und Unfallversicherung. Das Geschäftsvolumen stieg auf Jahressicht auf 19,7 Milliarden Euro – ein internes Wachstum von 9,5 Prozent. Das operative Ergebnis legte hier deutlich um 21,5 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro zu. Die Schaden-Kosten-Quote verbesserte sich von 93,5 auf 91,9 Prozent.
Da konnte der Bereich Lebens- und Krankenversicherung nicht ganz mithalten. Der operative Gewinn legte hier leicht um 2,2 Prozent auf 1,41 Milliarden Euro zu. Allerdings befindet sich die Allianz auch hier auf Kurs – die Neugeschäftsmarge lag mit 5,9 Prozent weiterhin deutlich über dem Zielwert von 5 Prozent. Als Wachstumsmotor gilt weiterhin das Asien-Pazifik-Geschäft, das zu etwa drei Vierteln aus Lebens- und Krankenversicherungen besteht. Hier konnte die Allianz ihren operativen Gewinn zwischen 2022 und 2024 um jeweils gut 9 Prozent pro Jahr steigern. In den ersten neun Monaten 2025 lag das Plus bei rund 8 Prozent. Allerdings sehen Analysten hier durchaus Wachstumspotenzial. Effizientere Vertriebsstrukturen könnten in den kommenden Jahren für zweistellige Wachstumsraten sorgen.
Erfreulich entwickelte sich auch die Vermögensverwaltung. Der operative Gewinn stieg im dritten Quartal um 5,9 Prozent auf 828 Millionen Euro. Die Nettomittelzuflüsse erreichten im dritten Quartal 51 Milliarden Euro, was der bislang höchste Wert für diesen Zeitraum war.
Der Versicherungskonzern befindet sich nach dem dritten Quartal weiterhin voll auf Kurs, die in Aussicht gestellten Ziele für das Gesamtjahr zu erreichen. Nach neun Monaten erreicht das operative Ergebnis mit 13,08 Milliarden Euro bereits 82 Prozent des Mittelwerts des Gesamtjahresausblicks von 16 Milliarden Euro plus/minus 1 Milliarde Euro. Die Allianz konkretisierte im Anschluss ihren Ausblick und erwartet nun für das Gesamtjahr mindestens ein operatives Ergebnis von 17 Milliarden Euro, womit das obere Ende des Zielkorridors erreicht würde. Der Konzern machte den Anleger sogar Mut und stellte eher einen Wert zwischen 17,0 und 17,5 Milliarden Euro in Aussicht.
Die Allianz hat die Dividende in den vergangenen 16 Jahren nie gesenkt. Aufgrund der erfreulichen Geschäftsentwicklung ist dies auch für das Geschäftsjahr 2025 nicht zu erwarten. Zuletzt schüttete der Konzern 15,40 Euro je Anteilschein an seine Aktionäre aus. Analysten erwarten im Durchschnitt eine Erhöhung auf 17,00 Euro für das laufende Geschäftsjahr. Bei einem aktuellen Kurs von etwa 366 Euro läge die Dividendenrendite dann bei beeindruckenden 4,64 Prozent.
Auch charttechnisch bietet sich eine vielversprechende Situation. Die Allianz-Aktie näherte sich in diesem Jahr ihrem Rekordhoch aus dem Jahr 2000 bei 441.16 Euro stark an – im August ging es bereits bis auf 380.30 Euro aufwärts. Im Mai ging es bis auf 378.50 Euro aufwärts. Somit scheint sich im Bereich 378.50/380.30 Euro ein recht massiver Widerstand zu befinden. Kann dieser nach oben durchbrochen werden, könnte dies neues Kaufinteresse erzeugen. Auf der Unterseite könnte der aktuell bei 353 Euro verlaufende 200-Tage-Durchschnitt für Halt sorgen. Bei einem Unterschreiten des Juni-Tiefs bei 333.20 Euro könnte sich die Stimmung kurzfristig jedoch etwas eintrüben.




