Die Aktie des US-Supermarktriesen Walmart hat in den vergangenen Tagen neue Rekordhöhen erreicht. Das Besondere: Am gestrigen Dienstag erreichte der weltgrößte Einzelhändler erstmals eine Börsenbewertung von einer Billion US-Dollar. Dies gelang in den USA zuvor lediglich neun Unternehmen. Walmart ist längst mehr als ein einfacher Einzelhändler. Im vergangenen Geschäftsjahr generierte der Konzern fast ein Fünftel seiner Gesamtumsätze im Onlinehandel. Zuletzt investierte der Konzern sogar in Künstliche Intelligenz (KI), was am Markt für einen kräftigen Schub sorgte.
Auch wenn Walmart in Deutschland scheiterte, überall auf der Welt kennt man den amerikanischen Supermarktriesen. Walmart betreibt weltweit aktuell 10.750 Supermärkte und betreibt in 19 Ländern Onlinehandel. Pro Woche kaufen in den Märkten und auf den Onlineseiten rund 270 Millionen Menschen bei Walmart ein. Der Konzern nutzt seine Marktmacht und seine Beziehungen zu Lieferanten, um die Kosten niedrig zu halten und Kunden aller Einkommensklassen anzuziehen. In den vergangenen Jahren hat Walmart sein Online-Angebot massiv ausgebaut und damit auch wohlhabendere Kunden gewonnen.
Der Supermarktriese generiert inzwischen rund ein Fünftel seiner Gesamtumsätze im Onlinehandel, womit der Konzern inzwischen im E-Commerce-Segment zu einem ernst zu nehmenden Konkurrenten für den weltgrößten Onlinehändler Amazon geworden ist. Und Walmart treibt die digitale Transformation voran. Walmart hat in Künstliche Intelligenz (KI) investiert und setzt die Technologie mittlerweile in vielen Geschäftsbereichen ein, von der Erstellung von Arbeitsplänen bis hin zum Lieferkettenmanagement. Anfang des Jahres kündigte der Einzelhändler eine Zusammenarbeit mit Alphabet an, um KI-gestütztes Shopping über Googles Gemini-Plattform anzubieten. Kürzlich ging Walmart eine Partnerschaft mit OpenAI ein, um Kunden den direkten Einkauf über ChatGPT zu ermöglichen.
Walmart erzielt rund 80 Prozent seiner Umsätze noch immer in den weltweiten Supermärkten, doch wächst der Onlinehandel rasant – im dritten Quartal des Geschäftsjahrs 2025 wuchsen die Erlöse hier im Vergleich zum Vorjahresquartal um 27 Prozent. Der Markt stuft Walmart daher inzwischen auch als Technologieunternehmen ein. Zur Info: Im Dezember wurde Walmart sogar in den Nasdaq 100 aufgenommen, der weltweit als Technologie-Leitindex gilt.
Walmart wird am 19. Februar seine Zahlen für das vierte Geschäftsquartal des Geschäftsjahrs 2025 bekannt geben. Im dritten Quartal konnte der Konzern seine Umsätze im Vergleich zum Vorjahr um 5,8 Prozent auf 179,5 Milliarden US-Dollar steigern, währungsbereinigt stiegen die Erlöse um 6,0 Prozent. Der bereinigte operative Gewinn kletterte um 8,0 Prozent auf 7,2 Milliarden Dollar. Die durchschnittlichen Markterwartungen wurden mit den Zahlen deutlich übertroffen. Walmart erhöhte daraufhin auch seine Prognose für das Gesamtjahr und peilt nun ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von 4,8 bis 5,1 Prozent an, nachdem im zweiten Quartal noch von 3,75 bis 4,75 Prozent die Rede war. Zahlreiche Analysten bezeichneten die neuen Ziele sogar als konservativ und erwarten, dass der Konzern die höher gelegte Messlatte locker erreichen wird.
Die Aktie war am Markt zuletzt stark gefragt. Am Montag kletterte das Papier über das Hoch vom 20. Januar bei 121,62 US-Dollar und setzte bei 124,20 Dollar ein neues Rekordhoch, das am gestrigen Dienstag sogar auf 128,16 Dollar verbessert wurde. Interessant war dabei vor allem die Börsenbewertung von Walmart, die erstmals über die Schwelle von einer Billion Dollar kletterte. Walmart stieg damit in den elitären „Trillion Dollar Club“ auf, was zuvor lediglich neun US-Unternehmen gelang. Auf der Oberseite stellt sich naturgemäß erst einmal keine horizontale Hürde mehr in den Weg. Rund 93 Prozent der Analysten, die Walmart beobachten, sprechen weiterhin eine Kaufempfehlung für die Aktie aus. Auf der Unterseite sollten das Dezember-Hoch bei 117,45 Dollar, das Zwischentief vom 27. Januar bei 115,48 Dollar und die aktuell bei 114,71 Dollar verlaufende 50-Tage-Linie für Halt sorgen.



