Der deutsche Leitindex DAX hat einen Bilderbuchstart ins neue Börsenjahr 2026 hingelegt und am gestrigen Mittwoch erstmals die Marke von 25.000 Punkten überquert. Einen Teil zum starken Jahresauftakt hat die Siemens-Aktie beigetragen, die in diesem Jahr ebenfalls stark aus den Startblöcken kam und gestern neue Rekordhöhen erreichte. Der Markt reagierte freundlich auf den Ausbau der Zusammenarbeit zwischen Siemens und dem KI-Giganten Nvidia. Beide Unternehmen wollen den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Industrie revolutionieren.
Die Siemens-Aktie flog gestern auf ein neues Rekordhoch nach oben. Nach dem Überqueren des November-Hochs bei 252,65 Euro ging es für das Papier des deutschen Industriekonzerns noch bis auf 256,90 Euro aufwärts. Heute im frühen Handel setzte sich der Höhenflug fort, und die Aktie schraubte ihre Bestmarke von 258,50 Euro nach oben.
Neuer Schwung kam mit einer Meldung vom Dienstagabend, wonach Siemens die Partnerschaft mit dem KI-Giganten Nvidia ausgebaut hat. Auf der Technikmesse CES in Las Vegas präsentierten die beiden Unternehmen neue gemeinsame Initiativen, die den industriellen Einsatz von Künstlicher Intelligenz revolutionieren sollen. Siemens und Nvidia entwickeln gemeinsam ein industrielles KI-Betriebssystem, das Fertigungsprozesse grundlegend verändern und die Effizienz in der Industrie steigern soll. Nvidia-Chef Jensen Huang sprach sogar von dem Beginn einer industriellen Revolution.
Die Partnerschaft liefert auch bereits messbare Ergebnisse. So konnte beispielsweise der Getränkehersteller PepsiCo durch den Einsatz der neuen Siemens-Software den Produktionsdurchsatz in seinen US-Anlagen um 20 Prozent steigern und die Investitionskosten um 10 bis 15 Prozent senken. Auch der südkoreanische Schiffbauer HD Hyundai nutzt die Technologie, um Schiffe vor dem Bau digital zu optimieren.
Ein weiteres Highlight ist die geplante Umrüstung des Siemens-Werks in Erlangen zur weltweit ersten vollständig KI-gesteuerten Fabrik. Siemens setzt dabei auf den „Digital Twin Composer“, der fotorealistische digitale Zwillinge von Fabriken und Maschinen ermöglicht. Die Software nutzt Nvidias Omniverse-Technologie und soll ab Mitte 2026 verfügbar sein. Für zusätzliche Fantasie sorgte eine Aussage von Siemens-Chef Roland Busch, wonach weitere Milliarden-Akquisitionen in den Bereichen KI und Life Sciences geplant sind.
Die Stimmung für die Siemens-Aktie dürfte angesichts solcher Nachrichten positiv bleiben. Zahlreiche Analysten sehen noch deutliches Kurspotenzial. Charttechnisch ist die Aktie mit dem gestrigen Überqueren des November-Hochs bei 252,65 Euro erst nach oben ausgebrochen, weshalb sie durchaus noch Luft nach oben haben dürfte. Allerdings liegt aktuell eine leicht überkaufte Marktphase vor, weshalb es durchaus zu einer Konsolidierung kommen könnte. Das übergeordnete Chartbild würde sich jedoch erst etwas deutlicher eintrüben, wenn das März-Hoch bei 244,85 Euro unterschritten würde. Mit dem aktuell bei 233,94 Euro verlaufenden 38-Tage-Durchschnitt würde sich auf der Unterseite eine weitere wichtige Unterstützung befinden.




