Die Aktie des Sportartikelherstellers Puma gab in den vergangenen Tagen ein Lebenszeichen von sich und sprang deutlich nach oben. Grund war der Einstieg des chinesischen Sportartikelherstellers Anta bei den Herzogenaurachern. Puma-Aktionäre brauchten in den vergangenen Jahren jedoch starke Nerven, denn die Aktie hatte sich seit ihrem Hoch im Jahr 2021 aufgrund einer enttäuschenden Geschäftsentwicklung mehr als geviertelt. Mit dem neuen Großaktionär wachsen nun die Hoffnungen, dass Puma der Sprung aus dem Tal der Tränen gelingt.
Sportartikelhersteller weltweit hatten in den vergangenen Jahren alle das gleiche Problem – sie fielen nach der Corona-Pandemie in ein tiefes Loch. Während der Pandemie ist die Nachfrage nach Sportartikeln regelrecht explodiert. Die Konzerne erhöhten in der Folge kräftig ihre Produktion. Als die Nachfrage nachzulassen begann, produzierten sie zunächst ungebremst weiter, bis die Lager prall gefüllt waren. Während des Abverkaufs der Lager zu deutlich reduzierten Preisen kam die Produktion fast zum Erliegen. Puma, der vor der Pandemie nach Nike und adidas immerhin drittgrößte Sportartikelhersteller der Welt, hat sich in dieser Zeit besonders schwergetan, musste zuletzt sogar Verluste schreiben. Zahlreiche Sportartikelhersteller sind inzwischen an den Herzogenaurachern vorbeigezogen. Auch der chinesische Hersteller Anta, der inzwischen zur weltweiten Nummer 3 aufgestiegen ist.
Doch während in Asien fast jeder Anta kennt, ist die Bekanntheit in der westlichen Welt eher begrenzt. Um auf dem internationalen Markt bekannter und wettbewerbsfähiger zu werden, hat Anta nun den 29-prozentigen Puma-Anteil der französischen Milliardärsfamilie Pinault für 1,5 Milliarden Euro übernommen. Somit ist ab sofort der chinesische Sportartikelhersteller der größte Aktionär bei Puma. Auch wenn Anta in Europa eher unbekannt ist, so sind es einige Zukäufe der vergangenen Jahre nicht. Die Sportartikelmarken Atomic, Fila, Peak Performance, Salomon und Wilson dürften einigen Lesern durchaus ein Begriff sein. Im vergangenen Jahr kam dann noch die deutsche Outdoormarke Jack Wolfskin hinzu.
Der Einstieg von Anta könnte Puma helfen, endlich auch auf dem riesigen chinesischen Markt Fuß zu fassen. Vor allem zum Ortskonkurrenten adidas ist der Rückstand dort besonders groß.
Puma war in der Vergangenheit stets darum bemüht, anders als der ebenfalls in Herzogenaurach ansässige Sportartikelhersteller adidas zu sein. Doch vor allem in den vergangenen drei Jahren mussten die Puma-Mitarbeiter erleben, wie der ohnehin schon große Abstand zum Ortsrivalen größer und größer wurde. In den vergangenen drei Jahren gaben sich neue Konzernchefs quasi die Türklinke in die Hand. Im Juli 2025 übernahm mit Arthur Hoeld bereits der dritte CEO innerhalb kürzester Zeit das Ruder bei Puma. Pikant: Hoeld kommt vom Ortsrivalen adidas. Der neue CEO will Puma nicht nur wieder flottmachen, Puma soll unter seiner Führung auch so ein bisschen wie adidas werden. In einem ersten Schritt sollen 900 der 7.000 Stellen in der Verwaltung abgebaut, die Geschäfte über die eigenen Online-Shops ausgebaut und das Markenimage mit einer neuen Werbekampagne verbessert werden.
Ob Puma der Sprung aus dem Tal der Tränen mit dem neuen Großaktionär gelingt, wird sich zeigen. In den vergangenen Tagen zog die Aktie zwar bereits kräftig an, doch gibt es das Papier aktuell noch immer für unter 24 Euro. Noch im Juli 2021 musste man für die Aktie in der Spitze 115,40 Euro bezahlen. In solche Regionen dürfte der Wert in naher Zukunft wohl kaum wieder aufsteigen, doch erscheint ein Heranlaufen an das Zwischentief vom August 2024 bei 34,21 Euro kurzfristig durchaus möglich. Ein mögliches Anlaufziel könnte auch das Hoch vom November 2024 bei 47,93 Euro darstellen. Als Unterstützungen könnten die erst kürzlich wieder überquerten Durchschnitte der vergangenen 38 Tage bei 21,91 Euro und der vergangenen 200 Tage bei 21,01 Euro fungieren. Das vor wenigen Wochen erreichte Mehrjahrestief bei 15,30 Euro sollte aber nicht unterschritten werden, denn dann könnte Ungemach drohen.



