Dem Windkraftanlagenbauer Nordex scheint nach zuletzt eher durchwachsenen Jahren endgültig der Turnaround gelungen zu sein. Die jüngsten Quartalszahlen waren mehr als solide. Speziell der starke Auftragseingang sollte Mut machen. Die Nordex-Aktie kletterte jüngst zwar auf ein 4-Jahres-Hoch nach oben, doch sehen Analysten durchaus noch Spielraum nach oben.
Die Aktie des Hamburger Windkraftanlagenbauers Nordex sprang am zurückliegenden Dienstag um rund 4 Prozent nach oben. Der Grund waren besser als erwartet ausgefallene Zahlen für das zweite Quartal des laufenden Geschäftsjahres. Ein Umsatz auf Vorjahresniveau in Höhe von etwa 1,9 Milliarden Euro und ein Nettogewinn in Höhe von 31 Millionen Euro klingen zunächst einmal ernüchternd. Doch Nordex hat einige schwierigere Jahre hinter sich. Im ersten Quartal war bereits ein Aufwärtstrend zu erkennen, obwohl der Umsatz da im Vergleich zum Vorjahr noch um 8,8 Prozent zurückging. Das Erreichen des Vorjahreswertes ist daher im zweiten Quartal bereits als Erfolg zu werten. 31 Millionen Euro Nettogewinn klingen ebenfalls nicht viel, doch schaffte der Konzern im Vorjahr so eben die schwarze null. Der Fokus der Analysten lag daher eher auf andere Kennzahlen. So installierte Nordex im zweiten Quartal Windenergieanlagen in 16 Ländern mit einer Gesamtleistung von 1.959 Megawatt (MW), was 90 MW mehr waren als im Vorjahr. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) kletterte im zweiten Quartal gegenüber den Vorjahr deutlich um 64,3 Prozent auf 108,2 Millionen Euro. Die EBITDA-Marge verbesserte sich immerhin von 3,5 auf 5,8 Prozent.
Als Mutmacher dürfte der Auftragseingang herhalten. Im zweiten Quartal erzielte Nordex im Segment Projekte einen Auftragseingang von 2.310 Megawatt (MW), was 81,7 Prozent mehr waren als im Vorjahr. Der Auftragsbestand kletterte im Segment Projekte somit um 1,96 Milliarden auf 8,85 Milliarden Euro. Inklusive dem Servicegeschäft kletterte der gesamte Auftragsbestand um 3,1 Milliarden auf 14,3 Milliarden Euro.
Nordex selbst verzichtet auf Prognosen für das Gesamtjahr. Analysten erwarten im Konsens jedoch, dass der Windkraftanlagenbauer seinen Umsatz im laufenden Geschäftsjahr 2025 von 7,3 Milliarden auf 7,7 Milliarden Euro steigen kann. Bis 2028 wird sogar eine Umsatzsteigerung auf über 9 Milliarden Euro erwartet. Doch vor allem trauen die Analysten dem Konzern zu, deutlich profitabler zu werden.
Die Nordex-Aktie hat bereits viel der künftigen Geschäftsentwicklung vorweggenommen. In der laufenden Woche ging es bereits bis auf 22,00 Euro aufwärts, was das höchste Niveau seit dem 3. Mai 2021 war. Das nächste signifikante Hindernis wartet nun am Hoch vom April 2021 bei 27,38 Euro, das zugleich ein 8-Jahres-Hoch markiert. Aufgrund der jüngsten Aufwärts-Rallye taucht die erste signifikanten Unterstützung allerdings erst am Hoch vom September 2022 bei 18,73 Euro auf, ehe das Juni-Hoch bei 18,56 Euro wieder in den Fokus rücken könnte.




