Mit einem Kursplus von 3,21 Prozent war die Aktie des Gesundheitskonzerns Fresenius am gestrigen Dienstag der stärkste Wert im deutschen Leitindex DAX. Für neuen Schwung sorgte ein positiver Analystenkommentar. Der Analyst konnte auch Bedenken hinsichtlich eines Biosimilars verdrängen, die die Kursentwicklung zuletzt spürbar bremsten.
Die Fresenius-Tochter Kabi stand zuletzt wegen eines Biosimilars (biopharmazeutisches Nachahmerpräparat) im Fokus. Wegen Glaspartikeln in Injektionsflaschen des Biosimilars Tyenne musste Kabi im August in den USA einen bundesweiten Rückruf einer Charge einleiten. Dies hat den Kurs der Fresenius-Aktie zuletzt spürbar belastet. Vom zwischenzeitlichen Erholungshoch vom 5. August bei 48,48 Euro ging es kurzzeitig bis auf 42,10 Euro und damit um mehr als 13 Prozent abwärts. Dieser Rückgang erscheint mehr als überzogen.
Gestern sorgte ein positiver Analystenkommentar für neuen Schwung bei der Aktie. Der Analyst einer renommierten Großbank empfahl die Fresenius-Aktie mit einem Kursziel von 56 Euro zum Kauf. In seiner Einschätzung hielt er die Marktsorgen rund um das US-Geschäft mit dem Biosimilar Tyenne für völlig überzogen. Die potenzielle Belastung für das operative Konzernergebnis schätzte er auf maximal 0,3 Prozent ein.
Für Rückenwind sorgte gestern zudem eine Pflichtmitteilung, wonach der Vorstandsvorsitzende Michael Senn Fresenius-Aktien im Wert von knapp 200.000 Euro über die Börse kaufte. Viele Marktteilnehmer werten so etwas als Vertrauensbeweis.
Unabhängig von den jüngsten Meldungen laufen die Geschäfte bei Fresenius überaus gut. Der Gesundheitskonzern meldete für das zweite Quartal ein organisches Wachstum von 6 Prozent und einen Anstieg des Konzern-EBIT auf vergleichbarer Währungsbasis um 10 Prozent. Das Management hob seine Prognose für das Gesamtjahr hinsichtlich des Kern-Gewinns pro Aktie auf vergleichbarer Währungsbasis im Anschluss von 5 Prozent bis 10 Prozent auf 10 Prozent bis 15 Prozent an.
Der Bereich MedTech erzielte ein organisches Umsatzwachstum von 11 Prozent. Positiv überraschte der Bereich Biopharma, der ein organisches Umsatzwachstum von 38 Prozent erzielte. Die Krankenhaussparte Helios blieb stabil bei einem organischen Wachstum von 6 Prozent in Deutschland und 3 Prozent in Spanien.
Charttechnisch musste die Fresenius-Aktie ihre Erholung zuletzt wegen der Sorgen um das Biosimilar Tyenne unterbrechen. Vom zwischenzeitlichen Erholungshoch vom 5. August bei 48,48 Euro ging es kurzzeitig bis auf 42,10 Euro abwärts. In dieser Phase wurden auch die beiden aktuell bei 45,34 Euro und 44,75 Euro verlaufenden Durchschnitte der vergangenen 38 respektive 200 Tage unterschritten. Der gestrige Schwung reichte jedoch nicht aus, um die beiden Durchschnitte nachhaltig zurückzuerobern. Gelingt dies jedoch, dürfte das jüngste Erholungshoch wieder angesteuert werden, ehe das Jahreshoch vom Februar bei 52,96 Euro in den Fokus rücken könnte.
