Mit einem Zuwachs von mehr 40 Prozent seit Jahresanfang gehört die Aktie von Fresenius zu den sieben besten Werten im deutschen Leitindex DAX in diesem Jahr. Kräftig aufwärts ging es für die Aktie vor allem in den vergangenen Tagen – der Markt honorierte die starken Halbjahreszahlen und beförderte die Aktie sogar auf ein 4-Jahres-Hoch nach oben.
Konzernchef Michael Sen, der sein Amt vor etwa drei Jahren angetreten hat, hat den Gesundheitskonzern tiefgreifend umgebaut. Wichtigste Anpassungen waren der Verkauf von Randgeschäften, die Trennung von der defizitären Dienstleistungstochter Vamed und die Neuausrichtung auf die Kernsparten. Zudem wurde die Tochter Fresenius Medical Care (FMC) in eine Aktiengesellschaft gewandelt, womit Umsätze sowie Gewinne und Verluste der Dialysetochter nicht mehr zu 100 Prozent in den Konzernabschluss von Fresenius einbezogen werden, sondern FMC nur noch als Finanzbeteiligung in die Bilanz einfließt.
Dies alles macht sich inzwischen in der Bilanz von Fresenius positiv bemerkbar. Der Gesundheitskonzern konnte seinen Umsatz im zweiten Quartal (April bis Juni) gegenüber dem Vorjahr um 3 Prozent auf 5,57 Milliarden Euro steigern. Das organische Wachstum betrug sogar 5 Prozent. Wachstumstreiber waren mit der Medikamentensparte Kabi und der Klinikkette Helios die beiden Kerngeschäfte. Das bereinigte operative Ergebnis (EBIT) sank zwar minimal um 1 Prozent auf 654 Millionen Euro, lag damit jedoch über den durchschnittlichen Analystenerwartungen von 638 Millionen Euro.
Der Konzern zeigte sich überaus zufrieden mit der Geschäftsentwicklung und hob daraufhin seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr leicht an. Peilte Fresenius zuvor ein organisches Umsatzwachstum von 4 bis 6 Prozent an, rechnet das Unternehmen nun mit einer Spanne von 5 bis 7 Prozent. Die Prognose für das bereinigte operative Ergebnis (EBIT) beließ der Konzern unverändert bei einem währungsbereinigten Zuwachs von 3 bis 7 Prozent.
Der Markt zeigte sich im Anschluss hochzufrieden mit dem Vorgelegten, kletterte sogar über das Juni-Hoch bei 44,40 Euro, das bis dato ein Beinahe-4-Jahres-Hoch markierte, und setzte heute im frühen Handel bei 47,24 Euro eine neue Mehrjahres-Bestmarke. Aus charttechnischer Sicht liegt aktuell eine leicht überkaufte Marktphase vor, was kurzfristig für Gewinnmitnahmen sprechen könnte. Wird jedoch das Hoch vom 18. August 2021 bei 47,60 Euro überquert, würde sich weiteres Kurspotenzial bis zum Zwischenhoch vom Februar 2020 bei 51,54 Euro eröffnen, ehe auch das Hoch aus dem Jahr 2019 bei 52,82 Euro in den Fokus rücken könnte. Auf der Unterseite erscheint ein Rücksetzer auf das jüngste Ausbruchsniveau bei 44,40 Euro durchaus möglich. Mit dem aktuell bei 42,87 Euro verlaufenden 38-Tage-Durchschnitt würde eine weitere solide Unterstützung warten.




